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Genf, Schweiz

Wettbewerb, Schule Charmilles

Programm • Klassenzimmer (bestehende + drei neue)
• Spezialraeume (Bildende Kunst, Buchwerkstatt, Spiele, Rhythmik)
• Bueros & Sekretariat
• Sanitaetsraum
• Ausserschulische Betreuung
• Schulrestaurant (ca. 220 m²)
• Turnhalle
• Gedeckte und offene Pausenflaechen
• Spielbereiche
• Landschaftlich gestaltete Aussenraeume
• Veloabstellplaetze (ca. 60 Plaetze)
Bauherrschaft Stadt Genf
Wettbewerb 2026 (1. Platz, 1. Preis)
Leistung IB
  • Architektur

Die Stadt Genf beabsichtigt, den Schulkomplex Charmilles aufzuwerten, um den wachsenden Bedürfnissen des Quartiers gerecht zu werden. Das Projekt umfasst die Restaurierung der Schule Charmilles, deren Erweiterung zur Erhoehung der Aufnahmekapazitaet sowie die Sanierung der Schule Charles-Giron. Vorgesehen ist zudem eine umfassende Neugestaltung der Aussenraeume mit besonderem Augenmerk auf landschaftliche Qualitaet und Nutzbarkeit.

Dieser Ansatz ist Teil einer ganzheitlichen Neuordnung des Schulareals. Zentrales Anliegen ist die klare Organisation der Beziehungen zwischen den einzelnen Einheiten, die Schaffung eindeutiger staedtischer Verbindungen sowie die Aufwertung der Aussenraeume. Ziel ist ein strukturiertes, entwicklungsfaehiges und einladendes Umfeld, das Bauwerk und Boden eng miteinander verknuepft und den Schulkomplex als vollwertigen Bestandteil des Quartiers verankert.

Das Konzept zeichnet sich durch seinen sensiblen Umgang mit dem bestehenden baulichen Erbe aus. Es greift dessen urspruengliche Logik auf, um deren heutige Relevanz sichtbar zu machen, und knuepft an grundlegende Prinzipien an: Offenheit, Durchlaessigkeit und die Gliederung autonomer Einheiten um gemeinschaftliche Raeume. Die Intervention bewahrt die materiellen und raeumlichen Qualitaeten der Schule, ohne das architektonische Gleichgewicht zu stoeren, und verfolgt einen massvollen Ansatz, der Ueberformungen vermeidet.

Funktional ueberzeugt die vorgeschlagene Organisation durch Klarheit und Effizienz. Sie orientiert sich an zeitgenoessischen Nutzungen, foerdert Interaktionen und bietet ein Umfeld, das den aktuellen paedagogischen Anforderungen entspricht.

Den Aussenraeumen kommt eine besondere Bedeutung zu: Sie werden als vollwertige Orte des Austauschs, der Bewegung und des Alltagslebens verstanden. Ihre Neuordnung verbessert die Lesbarkeit der Wege und Nutzungen und erhoeht den Anteil begruenter Flaechen deutlich. Das Gesamtprojekt strukturiert sich um die Schaffung eines Schulparks, der als landschaftliche Infrastruktur konzipiert ist, die die Architektur fortsetzt und die Kontinuitaet zwischen Innen- und Aussenraum staerkt.

Die oekologische Dimension zeigt sich in begrenzten Aushubarbeiten, einfachen Tragwerksentscheidungen und dem Einsatz von Holz. Die Strategie basiert auf Wiederverwendung und Suffizienz: Erhalt und Optimierung bestehender Elemente, Wiederverwendung von Strukturen sowie eine Reduktion des CO₂-Fussabdrucks. Ergaenzt wird dies durch eine landschaftliche Konzeption mit vollstaendig erhaltener und erweiterter Baumkrone sowie einem integrierten Regenwassermanagement.

Diese Logik setzt sich in der konstruktiven Strategie fort, die auf dem Erhalt der bestehenden Turnhallenwanne, dem Weiterbestehen der Tragstrukturen und der Wiederverwendung von Bauteilen basiert. Dadurch wird der Ressourcenverbrauch reduziert. Die Kompaktheit des Neubauvolumens und eine leichte Struktur steigern die Gesamteffizienz der Anlage.

Durch die Staerkung landschaftlicher und staedtischer Kontinuitaeten geht das Projekt ueber die rein schulische Massstabsebene hinaus und nimmt eine erweiterte staedtische und soziale Rolle ein: Das Areal wird zu einem Ort gemeinschaftlicher Nutzung mit vielfaeltigen Praktiken und zu einem aktiven Pol des Quartiers.