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Genf, Schweiz

Wettbewerb, Morillon Parc Grand-Saconnex

Programm Sanierung von 225 bestehenden Wohnungen
Aufstockung mit 42 Wohnungen
Zwei Neubauten mit 94 Wohnungen
174 unterirdische Parkplätze
1000m2 Gewerbe- und Dienstleistungsflächen
Bauherrschaft Société Immobilière Morillon 30 SA, c/o UBS Fund Management Switzerland SA
Wettbewerb 1. Preis 2026
Planung / Ausführung Planung 2026-2027 / Ausführung 2028-2031
Leistung IB
  • Architektur
Geschossfläche 20'045 m2
Bauvolumen 61'725 m3

Aufwertung und Verdichtung einer denkmalgeschützten Wohnsiedlung

Die Transformation von Morillon Parc interpretiert die grundlegenden Prinzipien einer bedeutenden modernistischen Wohnsiedlung der 1950er-Jahre neu, um Denkmalschutz, Verdichtung und die Stärkung des Quartierlebens miteinander zu verbinden.

Morillon Parc wurde zwischen 1954 und 1956 von den Architekten André und Francis Gaillard errichtet. Die Wohnsiedlung mit mehr als 200 Wohnungen ist im Inventar der schützenswerten Bauten des Kantons Genf eingetragen und gilt als eines der wichtigsten Zeugnisse der Genfer Moderne. Die Anlage ist um einen grosszügigen zentralen Park organisiert, der ihre städtebauliche Identität prägt.

Das Projekt reagiert auf die Anforderungen der Verdichtung und Erneuerung des Quartiers, indem es die städtebaulichen, landschaftlichen und architektonischen Qualitäten des Bestands weiterentwickelt. Die Intervention bewahrt die grundlegenden Prinzipien der Anlage, insbesondere ihre Organisation um einen grossen gemeinschaftlichen Freiraum, und stärkt gleichzeitig ihre Einbindung in die künftige städtebauliche Entwicklung.

Die städtebauliche Strategie basiert auf der Aufwertung des Parks als Herzstück des Quartiers sowie auf der Schaffung neuer Eingangsbereiche durch die Gebäude A und C. Diese Neubauten nehmen Wohnungen, quartierbezogene Nutzungen und Gemeinschaftseinrichtungen auf und tragen zur Belebung der Erdgeschosse sowie zur Attraktivität des Quartierlebens bei.

Der architektonische Ansatz setzt auf Kontinuität anstelle eines Bruchs mit dem Bestand. Die bestehenden Gebäude werden unter Wahrung ihres denkmalpflegerischen Werts saniert, während die Neubauten und Aufstockungen die Kompositionsprinzipien, Fassadenrhythmen und die Materialität der ursprünglichen Architektur in einer zeitgenössischen Sprache neu interpretieren.

Die Aufstockung des Gebäudes B erfolgt mittels einer leichten Holz-Beton-Hybridkonstruktion, die auf der bestehenden Tragstruktur aufsetzt. Diese Lösung minimiert Eingriffe in die historische Bausubstanz und ermöglicht gleichzeitig die Schaffung neuer Wohnungen, die heutigen Anforderungen an Komfort, Flexibilität und Nachhaltigkeit entsprechen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Restaurierung der Fassaden, Gemeinschaftsbereiche und geschützten Wohnungen. Grundlage bildet ein Ansatz, der auf Archivstudien, der Wiederverwendung bestehender Bauelemente und der Bewahrung der ursprünglichen architektonischen Qualitäten beruht.

Das Projekt verbindet damit den Erhalt des baulichen Erbes mit einer massvollen Verdichtung und der Anpassung an zeitgemässe Bedürfnisse und stärkt zugleich die gemeinschaftliche und landschaftliche Identität von Morillon Parc.