| Auslobende | Burgergemeinde Bern, Gemeinde Bremgarten bei Bern und Stadt Bern |
| Wettbewerb | 2. Preis, 2026 |
| Leistung IB |
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Der Projektwettbewerb Aaresteg Zehendermätteli–Bremgarten der Burgergemeinde Bern, der Gemeinde Bremgarten bei Bern und der Stadt Bern suchte eine filigrane, dauerhaft robuste und landschaftlich zurückhaltende Fussgängerverbindung über die Aare. Gefordert waren Lösungen, die sich sensibel in den hochwertigen Naturraum einfügen, konstruktiv überzeugen und Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen. Die Jury honorierte den Beitrag Linea von IB mit dem zweiten Preis.
Landschaftliche Integration
LINEA orientiert sich an der natürlichen Topografie der Aareschlaufe und fügt sich durch eine minimale Setzung der Baukörper in die Umgebung ein. Die uferseitigen Widerlager sind flach gegründet und so positioniert, dass sie sich unauffällig in den Landschaftsraum einbetten. Bestehende Bäume werden durch standortgerechte Arten ersetzt; Eingriffe in sensiblen Bereichen werden auf das notwendige Minimum reduziert. Mit dem Entwurf reagieren wir auf die unterschiedlichen landschaftlichen Situationen an beiden Ufern: Auf der Seite Zehendermätteli respektieren wir die Uferzone, gegen Bremgarten hin berücksichtigen wir den Waldrand und das von zahlreichen Quellen durchzogene Feuchtgebiet.
Gestaltung und Tragwerk
Die Brücke ist als schlanker Parabelträger konzipiert: Ein leicht nach oben gekrümmter Hohlkastenträger aus wetterfestem Stahl bildet den Obergurt, ergänzt durch ein feines Fachwerk aus verschweisstem Flachstahl. Die Plattform aus modularen Holzkassetten verleiht dem Steg eine warme Haptik und ermöglicht den einfachen Austausch einzelner Elemente. Das Tragwerk ist als einfacher Balken mit minimal beanspruchten Auflagern ausgelegt. Auf die Widerlager wirken ausschliesslich vertikale Kräfte; dadurch können deren Abmessungen und Fundamenttiefen reduziert werden. Diese konstruktive Logik minimiert die Eingriffe in das empfindliche Feuchtgebiet auf der Seite Bremgarten und unterstützt einen schonenden Umgang mit dem Boden.
Nachhaltigkeit, Biodiversität und Vogelschutz
Der Entwurf folgt dem Prinzip der konstruktiven Reduktion, wodurch Materialeinsatz, Bauaufwand und Eingriffe in bestehende Lebensräume minimiert werden. Wetterfester Stahl kommt ohne lösemittelhaltige Beschichtungen aus; die modularen Holzkassetten unterstützen eine ressourcenschonende Instandhaltung über die gesamte Lebensdauer. Aufgrund der einfachen Bauweisen sind keine Dichtungen und Kunststoffe notwendig. Eingriffe in Vegetation und Boden werden durch lokale Ersatzpflanzungen und eine ökologische Aufwertung der Uferbereiche kompensiert. Die Gestaltung verzichtet bewusst auf seilartige oder semitransparente Bauelemente, wodurch die Sichtbarkeit des Stegs verbessert und das Kollisionsrisiko für Vögel deutlich reduziert wird.
Würdigung durch die Jury
Die Jury würdigt LINEA als sorgfältig durchdachten, elegant gestalteten und konstruktiv klaren Beitrag. Besonders hervorgehoben wurden: