Viadukt über die Venoge, Kantonsstrasse 177, VD

3. Preis
Jahr 2010

Der Wettbewerb sah die Gestaltung eines Viadukts vor, das die Verbindung zwischen dem Entwicklungspol Vufflens-La-Ville – Aclens und dem A1-Autobahnanschluss Cossonay gewährleistet.

Das Viadukt führt über die bestehenden Verkehrswege in der Talebene der Venoge:

  • Eisenbahnlinie, u. a. Verbindung Lausanne-Neuenburg
  • Bahnhof Vufflens-la-Ville
  • Kantonsstrasse 176d
  • Venoge (obwohl an dieser Stelle nicht beschiffbar)

Die Ebene weist keine topografischen Besonderheiten auf. Im Vordergrund stand daher nicht der Bau einer Brücke, sondern eines Transportweges bzw. Viadukts, lateinisch Via (Weg) ducere (führen, transportieren).

Da der Boden keinen «natürlichen» Eingriff zuliess, mussten wir unsere Ziele «künstlich» erreichen:

  • Verkehrsführung über dem Boden
  • Überwindung der bestehenden Hindernisse
  • Gesamtlänge 289 m

Bei der Ausarbeitung des Projektes stand nicht das Viadukt als architektonisches Ereignis bzw. eigenständiges Objekt im Mittelpunkt, sondern seine Funktion. Gesucht waren Effizienz, Subtilität und Dynamik bzw.:
Ein funktioneller Träger für den Strassenverkehr als ideale Kombination zwischen Trassee (Zweck) und räumlicher Umsetzung (Form).

Die Struktur sollte so diskret wie möglich sein. Dank der Dreiecksform aus Stahl wird eine maximale Reduktion der Kontaktpunkte auf dem Boden erreicht. Die Umsetzung basiert auf dem Wunsch:

  • Die Auswirkungen des Neubaus auf die Umwelt maximal zu begrenzen
  • Logistische Probleme im Zusammenhang mit den bestehenden Verkehrswegen zu vermeiden
  • Eine subtile Integration des Viadukts in die Landschaft zu ermöglichen. Das Viadukt soll kein optisches Hindernis sein, sondern einen freien Blick erlauben.

Die Schlüsselworte des Konzepts sind Dynamik, Start, Landung.

Die Erde ist integrierender Bestandteil der Intervention; zuerst wird sie angehoben.

(Die Stützpunkte des Viadukts werden wie Abflugrampen behandelt. Die Verbindung zwischen den Pfählen und den Dreiecksformen erfolgt über einen Betonkubus, der im Winkel der Struktur endet.)

Dann zieht sie sich zurück und verschwindet.
(Die schwarzen Trägerelemente übernehmen, verschmelzen mit der Landschaft. Zuletzt ist nur noch der Verkehrsweg wie die Spur eines Kometen am Himmel zu sehen.)

Schliesslich wölbt sich die Erde nochmals, damit die volatilen Elemente, die für einen Moment hierhergekommen waren, wieder als Verkehrsweg auf ihr zur Ruhe kommen.