Genève - La Praille, Wettbewerb Pont Rouge

3. Preis
Jahr 2011

Die Verkehrsinfrastrukturen umrahmen einen neuen Entwicklungspol, der mit der Ost-West-Achse des Croix Verte verbunden ist. Das Quartier wächst in Verbindung mit dem Bahnhof und unterstützt die Erweiterung des Croix Verte. Das städtische Gefüge verbindet die Sektoren des Quartiers und wird durch naturbelassene Zonen aufgelockert.

1. Salève-Wald

Der Salève-Wald inspiriert sich an den Landschaften des Salève, des Genfer Hausbergs. Er besteht hauptsächlich aus einheimischen Arten wie Buche und Tanne. Der Boden ist übersät mit Findlingen. Diese Art von Vegetation bildet einen kompakten, lichtdurchdrungenen Wald mit hellem Unterholz.

2. Aufforstung Südhang

Typisch für den Hangwald sind der karg bewachsene Boden und das durch das Astwerk gedämpfte Licht. Die Baumstämme bilden einen Säulengang.

3. Städtische Aufforstung

Der Stadtwalt ist eine Neuinterpretation eines Buchenwaldes im städtischen Milieu. Die grossen Äste und die dadurch entstehende Beschattung lassen einen Ort der Interaktion zwischen Stadt und Natur entstehen.

4. Urbane Baumreihen

Die Baumreihen strukturieren die Promenade und die Avenue du Grand Lancy. Die hohen Stämme ermöglichen eine Harmonisierung mit der Architektur.

5. Bahn-Stadt-Landschaft

Die von der Eisenbahn und städtischen Elementen geprägte Landschaft schlägt eine Neuinterpretation der pflanzlichen Komplexität vor, die sich zwischen den Schienen entwickelt. Diese Vegetation zeichnet sich hauptsächlich durch eine grosse Zahl von niedrigen Sträuchern aus.

Im Bereich Pont-Rouge, am bewaldeten Hang von Lancy, fliesst die transversale Achse des Croix Verte als zentrales Leitbild des Sektors Etoile ein. Dieser Raum wird als wichtiges Gelenk zwischen verschiedenen städtischen Formen und Aktivitäten (Konzentration der grossen Verkehrsachsen, multimodale Plattform, Geschäftsviertel, Wohnviertel usw.), zwischen den grossen prägenden Landschaftseinheiten der Region und den städtischen Genfer Räumen wahrgenommen.

Eine starke funktionale und qualitative Vernetzung zwischen diesen verschiedenen Einheiten ist für die Konkretisierung des Leitbildes des Croix Verte unabdingbar. Es wird eine Flüssigkeit der Bewegungen und der Verbindungen angestrebt: Die Promenade des Jeunes spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Promenade des Jeunes ist ein neuer Blickfang zwischen den grossen Verkehrsachsen, sie begleitet die zukunftsorientierten Perspektiven und bildet eine visuelle und physische Kontinuität von Osten nach Westen, die links und rechts der Place de l’Etoile und der Place de la Gare verankert ist. Zwischen diesen beiden Extremitäten hat es eine Kette von Räumen für verschiedene Zwecke, die sich für die unterschiedlichen und vielfältigen städtischen Praktiken eignen. Der Jardin des Grandes Pierres ist der wichtigste Ort in dieser Hinsicht.

Einfache, elegante und genau konzipierte Gebäude setzen sich über dem verflochtenen Netz von öffentlichen städtischen Räumen in Szene. Konzeptionell können diese Gebäude als aus dem Naturstein des Salève gehauene und geschnittene Steine betrachtet werden. Dieser Berg erhebt sich hinter der Stadt beobachtet in aller Ruhe die drei Dächer und die Aktivität der Strasse. Unter den Steintürmen sind die Geschäfte entlang von öffentlichen Plätzen angeordnet und bilden dadurch eine städtische Landschaft mit starken Ansichten und axialen Verbindungen. Diese Anordnung ist sowohl klassisch und gut proportioniert als auch modern.

Der Jardin des Grandes Pierre ist eine Oase der Stille mitten in einem lebhaften Quartier. Der Garten bietet den beschäftigten Büroangestellten tagsüber etwas Ruhe und wird am Wochenende von den Bewohnern für Familienausflüge genutzt. Die Anlage ist die grüne Lunge des Projektes und

ein Hafen des Friedens neben dem dichten und schnellen Personenfluss: ein wichtiger Ort der Freude und des Kontakts mit der Natur.

Im Rahmen der Planung der Gebäude war es wichtig, eine Verbindung zwischen dem Ausdruck der Fassade und den Innenräumen zu schaffen und alle Gebäude als Ganzes einer Anordnung zu sehen, fast wie eine grosse Skulptur. Inspiriert vom Rhythmus der grossen Fenster und dem Mauerwerk der benachbarten Bauten scheinen die Gebäude rhythmisch mit Jurakalkstein-Spitzen drapiert zu sein. In ihrem Ganzen bilden der Massstab, die Materialität und der Rhythmus der Steinfläche einen Bezug zu den Wohnbauten von Carouge sowie zu den klassischen Proportionen der Genfer Architektur.

Es ist vorgesehen, dass die Place de la Gare einen lebhaften Aktivitätspol mit verlängerten Öffnungszeiten bildet – ein Service, der sowohl von Reisenden als auch von Anwohnern geschätzt wird. Die Angestellten gehen fürs Mittag- und Abendessen gerne in die Gegend von Pont Rouge, da es dort ein ausgezeichnetes Angebot gibt und eine angenehme Atmosphäre herrscht.

Die Steinfassaden aller Gebäude sind so konzipiert, dass sie Bezug zum Gletscherraum von Genf nehmen, der sich zwischen dem Sediment-Kalkstein des Juras und dem metamorphen Gestein der Alpen befindet. Die Gebäude wie die Kalksteinblöcke aus dem Jura bilden eine komplexe und mit offenen und festen Elementen alternierende Struktur, die sich wie eine Öffnung durch ein sauber glänzendes Fenster präsentieren. Die Fassaden sind als modulierbare Systeme konzipiert, die eine maximale Flexibilität gewähren. Der Hauptteil der Fassade besteht aus einem feinen Gittermuster aus vertikalen und horizontalen Steinelementen. Bei den grösseren Gebäudeformen haben die Elemente eine Höhe von zwei Stockwerken, wodurch sich die Wahrnehmung einer menschlichen Leiter über einfache Formen ergibt.