Jahr 2019

Erweiterung Bahnhof Stadelhofen, Zürich

Die Erweiterung des Bahnhofs Zürich Stadelhofen mit einem vierten Gleis tief im Hang führt zu einer Intensivierung der Bahnhofsinfrastruktur und damit einhergehend zu einer Erhöhung der Anforderungen an den gesamten städtischen Raum.  

Der zukünftige, erweiterte Bahnhof Zürich Stadelhofen ist ein komplexes Ensemble von Gebäuden und Infrastrukturen aus verschiedenen Epochen und mit verschiedenen Funktionen.

Unser Ziel für die Erweiterung des Bahnhofs ist es, mit wenigen sorgfältig gestalteten Eingriffen eine attraktive Grosszügigkeit im Bewegungsraum zu schaffen und den existierenden wertvollen Elementen eine Bühne zu bieten, wodurch sie ihre volle Wirkung auch in Zukunft entfalten können.

Als wichtigsten Identifikationspunkt möchten wir dem Aufnahmegebäude aus dem späten 19. Jahrhundert seine zentrale Bahnhofsfunktion zurückgeben sowie seine Präsenz am Stadelhoferplatz stärken. Das Aufnahmegebäude wird zum Hauptzugang in die Ladenpassage, während der zentrale Gebäudeteil diverse öffentliche Funktionen erhält und mit einer sogenannten «Laterne» erhöht wird.

Dem Gesamtkunstwerk des Stadelhofer Bahnhofs aus den 1990er Jahren bieten wir gestalterisch die Bühne, während einige funktionale Schwächen, welche die Anlage doch besitzt, behoben werden. Wir pflegen einen sorgfältigen Umgang mit der architektonischen Qualität des Bestandes, indem wir im Aussenraum alle sichtbaren Elemente belassen und die für die Kapazitätserhöhung notwendigen neuen Zugänge mittels konzentrierter Eingriffe separat lösen. Im Gebäudeinneren verbreitern wir die Ladenpassage hinter der markanten Tragstruktur der Gleise 1 und 2, wodurch im Zusammenspiel mit den neuen Zugängen und Verbindungsunterführungen eine neue räumliche Qualität entsteht, die auch die Attraktivität als Einkaufs- und Aufenthaltsort für das neue strategische Nutzungskonzept der SBB stärkt. So kann die Ladenpassage zukünftig als Bahnhofshalle funktionieren.

Der Bau des 4. Gleises tief im Hang und das Technikgebäude, die eigentlichen Grossbaustellen und Auslöser der übrigen Massnahmen, bilden eine Welt tief im Hanginneren, die aus Nutzerperspektive jedoch möglichst intuitiv mit der bestehenden Ladenpassage zusammenwirken soll. Die unterschiedlichen Gebäude und Infrastrukturen auf und unter der Oberfläche verbinden wir über ein zurückkehrendes architektonisches Thema. Von der Laterne auf dem Aufnahmegebäude über die innere Fassade der Ladenpassage bis zur Gestaltung des Tunnels des 4. Gleises schaffen Wellen in unterschiedlicher Funktion und Materialisierung den Zusammenhang und die Wiedererkennbarkeit des Gesamtkonzeptes.

 

Auftraggeber Schweizerische Bundesbahnen SBB
Architekt und Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Geschossfläche 21'696 m2
Gebäudevolumen -
Wohnungen/Plätze -
Competition position/Rang 2. Rundgang
Competition Price/Preis -
Visualisierungen TOTAL REAL