Mit den Architekten Aires Mateus e Associados aus Lissabon gewinnt IttenBrechbühl den dritten Preis beim Wettbewerb für die neue Bibliothek in St. Gallen

Sankt Gallen ist eine historisch geprägte Stadt, welche durch verschiedene Konditionen wie Urbanität und Menschlichkeit sich im Laufe der Jahrhunderte geformt hat. Der städtische Ballungsraum hat sich aus dem Wunsch nach Interaktion herausgebildet. Die Gebäudestrukturen bildeten Zugehörigkeiten und schufen Identität. Die Bündnisse bildeten einen Defensivgürtel. Entwickelte Zonen neben unbebauten Bereichen und potentiellen Entwicklungsgebieten. Das neue Bibliotheksgelände ist einer dieser Orte «jenseits der Grenze». Ein leerer Raum.

Der Akt des Entwerfens in der Stadt gibt die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit ihrer Struktur. Die Herausforderung in der heutigen Zeit ist die Vereinfachung der Stadt. In einem Gebiet, in dem die Dichte geringer, dafür aber hochwertiger ist, ist die sorgfältige Auswahl der wichtigen Werte zentral. Anstatt Verdichtung und Kompaktheit wünschen sich die Menschen mehr Freiraum und Grün in der Stadt.

Die neue Bibliothek vereinfacht und befreit und bringt kein zusätzliches kakophonisches Element in das Stadtbild ein. Der Neubau stellt die ursprünglichen Eigenschaften des Raumes wieder her. Der Projektbeitrag vergrößert den Stadtraum, erweitert den Marktplatz. Es ist ein Bekenntnis, ein Manifest, welcher den Platz an die Menschen zurückgibt und eine Urbanität schafft, nach der sich alle sehnen.

Visualisierungen: Aires Mateus e Associados