Konzentration auf das Wesentliche bringt Nutzen
Die Erneuerung des Stadtspitals Zürich erfolgte in sieben Etappen. Die achte umfasste den Neubau des Betriebsgebäudes für den Technischen Dienst, das entlang des Wirtschaftshofes gebaut wurde.
Der Neubau brachte eine Konzentration der Dienste, die längst fällig gewesen war: Vorher waren die entsprechenden Werkstätten, Lager und Büros in 35 Räumen und über das ganze Spital verstreut untergebracht; die Distanz zwischen der Mechanischen Werkstatt und der Malerei betrug ganze 300 Meter. Jetzt können Synergien ausgeschöpft werden, Personalführung und Kommunikation sind nun ebenfalls wesentlich erleichtert.
Eine weissverputzte Fassade kennzeichnet den zweigeschossigen Bau, der sich unauffällig in die Gesamtkomposition des Wirtschaftshofes einfügt und den Kopf des einen Hofflügels bildet. Kennzeichnend für das neue Gebäude sind vor allem die langen, dunklen Bandfenster, die – teils auch über die Ecke gezogen – die Fassade elegant gliedern. So wirkt der betont schlicht und sachlich konzipierte Baukörper wie eine minimalistische Skulptur.
Spargründe spielten eine Rolle – und bestimmten auch das Raumprogramm und die Ausstattung: Die Räume sind kleiner als ursprünglich geplant, und auf einen Aufenthaltsraum wurde verzichtet. Dadurch aber vermied man zugleich einen Personalabbau. Ebenfalls aus Spargründen, aber auch weil das architektonische Konzept den Zweck des Gebäudes hervorheben soll, ist der Innenausbau bewusst technisch gehalten.
Unverputztes Mauerwerk aus Kalkstein, ein durchgehender Boden aus Hartsteinholz-Belag, Deckenuntersichten aus Sichtbeton und sichtbare Leitungsinstallationen an den Decken prägen den Charakter der Räume. Korrespondierend beruht das konkrete, reduzierte Farbkonzept auf den Grundfarben Rot, Grün, Gelb und Blau und schafft so eine frische, klare Atmosphäre.
Auftraggeber Stadt Zürich
Amt für Hochbauten
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Projektierung Itten+Brechbühl AG
Planung 1997–1999
Baubeginn 1998
Inbetriebnahme 1999
Geschossfläche 1540 m2
Bauvolumen 5770 m3
Fotos Georg Aerni, Zürich
Text Konrad Tobler, Bern