Nach dem Modell von organischen Strukturen
Die Institution de Lavigny, eine gemeinnützige Stiftung, ist auf die Pflege von Menschen mit neurologischen Störungen spezialisiert. Durch den Neubau werden die bestehenden Gebäude behutsam ergänzt, und es entstehen neue Lebensräume.
Die Analogie zu organischen Strukturen prägten bei der Planung die Grundüberlegungen. Das heisst: Jede der drei Zellen soll unabhängig und in ihrer spezifischen Funktion angelegt sein. Gleichzeitig soll sich jede Zelle konsequent in das Ganze integrieren, damit sich ein kohärentes Ensemble ergibt.
Die Anlage ist so geplant, dass in Zukunft ohne Weiteres neue Zellen hinzugefügt werden können, dass bei Bedarf also ein regelrechtes Wachstum möglich ist.
Sanft fügen sich die drei neuen Flügel oder Lebensorte in das Terrain ein, um den idealen Ort zu finden – und um den Bezug zum Bestehenden zu erhalten.
Wie offene Arme oder wie eine offene Hand formieren die drei leicht wirkenden Pavillons eine Eingangs- und Empfangssituation. Bereits hier sollen sich alle geborgen fühlen. Hell und freundlich ist es hier, gleichzeitig aber auch klar und übersichtlich: Die Zugänge zu den drei Flügeln sind leicht erkennbar, wer eintritt, wird gewissermassen an den richtigen Ort geleitet.
Die Funktionalität der verschiedenen Lebensräume ist, wie in jeder lebendigen Struktur, das bestimmende Moment der Raumorganisation. Um auf das Bild der organischen Strukturen zurückzukommen: Die einzelnen Räume leben und passen sich den Bedürfnissen an, damit sie mit grösstmöglicher Effizienz im Ganzen funktionieren können.
Die Raumgeometrie mit den markanten, offenen Winkeln wurde bewusst derart entwickelt, dass das Personal jederzeit und überall eine rasche und ganzheitliche Sichtkontrolle über die verschiedenen Lebensräume hat – im Interesse und zum Schutz der Patienten.
Auftraggeber Institution de Lavigny
Architekten Generalplaner
Itten+Brechbühl AG
TEKHNE SA
Wettbewerb 1. Preis September 2007
Baubeginn 2009
Inbetriebnahme 2010
Geschossfläche 4800 m2
Bauvolumen 23 000 m3
Kapazität 72 Personen
Fotos Lazslo Horvath, Bern
Pierre Boss, Renens
Itten+Brechbühl AG
Text Konrad Tobler, Bern