Urban wohnen - auch im Alter
Weitsichtige Planung achtet auf eine gute soziale Durchmischung der Bewohnerinnen und Bewohner – gerade auch, was die Lebensalter betrifft. So auch auf dem Areal der ehemaligen Brauerei Hürlimann in Zürich–Enge: Hier ist mitten in der Stadt ein urbaner Lebensraum entstanden, ein Mix aus Wohnen, Dienstleistungen, Läden und Freizeit. Dazu gehört auch die dreiteilige Seniorenresidenz Tertianum, ein weiteres Modell für das architektonisch brisante und sensible Feld «Wohnen im Alter».
Individualität und Wohnlichkeit müssen mit den notwendigen Dienstleistungen und vor allem auch mit den Pflegeeinrichtungen eine ausgewogene Einheit bilden. Darauf wurde beim Tertianum überall geachtet. Es versteht sich von selbst, dass die ganze Überbauung in allen notwendigen Bereichen – vor allem auch in den Wohnungen – hindernisfrei konzipiert ist.
Die drei fünfgeschossigen, an einem gemeinsamen Gartenhof orientierten Blöcke sind beinahe identisch. Sie bieten Platz für 78 Wohnungen und 25 Pflegezimmer. Die drei Blöcke sind durch vollverglaste, pavillonartige Korridore verbunden. In einem von ihnen ist der Eingangstrakt; er führt direkt zum Empfangsraum.
Solidität und Stabilität versprechen die Fassaden. Ihre Geometrie ist klar und einfach, ihre Materialität – gelb–beiger Main–Sandstein – wirkt warm. Die grosszügige Befensterung bringt in alle Wohnbereiche viel Licht und Helligkeit hinein. Zugleich dient diese Struktur einer kompakten Gliederung und ermöglicht es, dass jede Wohnung über eine offene Loggia verfügt, die in die Fassade eingelassen ist. Einige haben sogar Zugang zu einer Dachterrasse.
Gediegenheit und Grosszügigkeit der Innenausstattung prägen die öffentlichen Bereiche ebenso wie Restaurant, Cafeteria und die gemütliche Lounge mit Cheminée. Ein eigens entwickeltes Tapetenkonzept schafft eine freundliche Atmosphäre und erleichtert den Benutzern die Orientierung.
Auftraggeber PSP Properties AG
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Planung 2003–2004
Baubeginn 2004
Inbetriebnahme 2005
Geschossfläche 12 510 m2
Bauvolumen 44 093 m3
Wohnungen 78
Pflegezimmer 25
Hotelzimmer 2
Fotos
Ralph Bensberg
Walter Mair
Christian Tingström
Text Konrad Tobler, Bern