Räume für extreme Ausnahmesituationen
Von der kleinen Bagatell-Verletzung über plötzliche Bauchschmerzen bis hin zur lebensbedrohlichen Akuterkrankung und Schwerstverletzung reicht das Versorgungsspektrum in der Notfallstation des Universitätsspitals Basel.
Dabei stiegen die Patientenzahlen in den letzten Jahren kontinuierlich, die Anforderungen veränderten sich stark, die Ausrüstung genügte den heutigen Standards nur noch bedingt: Die 1977 in Betrieb genommene Station musste dringend erneuert und umgebaut werden. Das geschah innerhalb von nur neun Monaten – bei laufendem Betrieb: eine Herausforderung an die Professionalität aller Beteiligten.
Hohe Leistungsqualität wird durch fachlich und organisatorisch optimale Behandlungsabläufe garantiert. Diese konnten dadurch geschaffen werden, dass die Wege von liegenden und gehenden Patienten nun konsequent getrennt sind, weiter durch ein modernes Monitoring-System und durch die Schaffung einer zentralen Koordinationsstelle. Angepasst an die heutigen Standards wurden auch die Haustechnik und der gesetzlich vorgeschriebene Brandschutz.
Grosse architektonische Sensibilität ist in der Notfallstation deshalb besonders geboten, weil sich die Menschen in einer Ausnahmesituation befinden und womöglich sehr verunsichert sind. Deshalb achtete man auf eine angenehme, attraktive Atmosphäre. Dazu gehört eine klare Raumorientierung, die eindeutige Bereiche definiert, dazu gehört die Gewährleistung der notwendigen, die Würde der Patienten achtende Intimität, dazu gehören schliesslich auch die Sichtbezüge mit Tageslicht.
Ein besonderes Augenmerk galt schliesslich der Farbgebung. Auch sie dient in erster Linie der Orientierung und der Atmosphäre. Und sie hebt die zentralen Fixpunkte hervor: die Pforte und die neu geschaffene Koordinationsstelle.
Auftraggeber Universitätsspital Basel
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Wettbewerb 1. Preis 2004
Planung 2004
Inbetriebnahme 2005
Geschossfläche 1000 m2
Bauvolumen 3700 m3
Fotos Ruedi Walti, Basel
Text Konrad Tobler, Bern