Hightech und Sicherheit für das Wohl der Tiere
Höchste Sicherheitsanforderungen (Stufe L4vet respektive L3+/S3), komplexeste Technologien und Bauen in ländlicher Umgebung: Das waren die Grundanforderungen beim Bau des IVI in Mittelhäusern. Denn dieses vom Bund betriebene Institut erforscht hochaktive, gefährliche Krankheitserreger, die bei Nutztieren auftreten können, aber auch Zoonosen wie zum Beispiel aviäre Influenza.
Es ist das schweizerische Kompetenzzentrum für Veterinärepidemologie Diagnostik und Impfstoffkontrolle. Entsprechend der Komplexität dieser Aufgaben ging dem Bau eine jahrlange Planung auf verschiedenen Ebenen voraus. Dabei mussten innovative, modellhafte Lösungen entwickelt werden, die mit wegweisender aktuellster Technik verbunden sind.
Sicherheit wird also grossgeschrieben. Das bestimmte die Organisation des IVI-Komplexes. Dieser besteht aus einem isolierten Hochsicherheitstrakt mit Ställen und Laboratorien, einem Bürogebäude mit Stallungen für SPF-Tiere (spezifisch pathogenfrei) und einem Verwaltungsgebäude.
Für den Hochsicherheitstrakt galt es, ein System zu entwickeln, welches das Risiko im grösstmöglichen Grad minimiert und einen hermetischen Abschluss nach aussen garantiert.
Das Doppelhüllen- oder Box-in-Box-Prinzip isoliert die Räume mit den infizierten Tieren; Filter und Sterilisatoren für Luft und Wasser, Schleusen und Duschen für die Mitarbeiter sorgen für optimal gesicherte Übergänge zwischen innen und aussen.
Ein gutes Arbeitsklima bieten die freundlichen Aufenthaltsräume mit südlicher Flora und ein Restaurant. Denn im Hochsicherheitstrakt wird den Mitarbeitern aus Sicherheitsgründen der ununterbrochene, ganztägige Aufenthalt vorgeschrieben.
Regionale Bauformen inspirierten die Architektur, so dass der IVI-Komplex sich organisch in die Umgebung eingliedert. Dazu tragen auch die ruhige Komposition der drei parallel verschobenen Baukörper und die naturnahe Umgebungsgestaltung bei.
Auftraggeber Bundesamt für Veterinärwesen
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Planung 1987–1991
Baubeginn 1989
Inbetriebnahme 1993
Geschossfläche 15 800 m2
Bauvolumen 48 100 m3
Einstellplätze 500
Text Konrad Tobler, Bern