Produkt eines versierten Totalunternehmens
Das Luftbild zeigt es: Der Gebäudekomplex des HCI ist vom Grundriss und der Ausdehnung her wohl der markanteste im ganzen ETH–Campus Hönggerberg. Das grosszügig konzipierte Forschungs– und Lehrgebäude bildet städtebaulich den nach Süden geöffneten Abschluss des Campus.
Eine Pionierleistung erbrachte beim Bau des HCI das Totalunternehmen. Das HCI war während der extrem kurzen Bauzeit die grösste Hochbaustelle der Schweiz, entsprach das Bauvolumen doch demjenigen von rund 400 Einfamilienhäusern und wurden doch insgesamt 1200 vorfabrizierte Stützen eingebaut.
Kurz: Das HCI war eine grosse logistische und organisatorische Herausforderung. Um ihr zu genügen, wurden alle beteiligten Planer in einer Firma auf Zeit zusammengefasst – was allein für die Kommunikation eine Einsparung von rund 50 Prozent brachte.
Wie die Finger einer Hand fasst das Gebäude kammartig fünf Labortrakte zusammen, die alle in das rechtwinklig dazu angelegte Auditoriumsgebäude münden. In diesem Verbindungsgebäude befinden sich neben den verschieden grossen Hörsälen die Chemiebibliothek, die Mensa, eine Cafeteria und andere Gemeinschaftsräume.
Der spezielle Gebäudetypus ermöglichte es, das ganze Departement Chemie zusammenzufassen und direkte Verbindungen zu schaffen. Das HCI ist zudem so ausgerichtet, dass mit Erfolg transdisziplinäre Arbeitsformen praktiziert werden können.
Die ETH–Labor–Norm 2000 – von IttenBrechbühl für das HCI massgeblich mitentwickelt – war die Grundlage für die Ausgestaltung des Inneren und der Infrastruktur. Im Innenausbau dominieren leicht veränderbare Leichtbau– und Glastrennwände. Die Medienstruktur ist auf Klarheit und nachhaltige Variabilität hin ausgerichtet. Die Medien werden offen von der Decke her geführt, zeitgemässe Mediensäulen und mobile Einrichtungen unter den Labortischen gewährleisten an den Arbeitsplätzen den notwendigen Freiraum.
Auftraggeber
ETH Zürich
Ausführungs– und Laborplanung Itten+Brechbühl AG
Entwurfsarchitekten
Prof. M. Campi / F. Pessina
Baubeginn 1997
Inbetriebnahme 2000
Geschossfläche 81 000 m2
Bauvolumen 414 000 m3
Foto
Vision on Wings, Manfred Richter, Reinach
Text Konrad Tobler, Bern