Das Hotel-Spital der Spitzenklasse
Einzigartig gelegen, hoch über der Aare thront das Spital Beau–Site, mit Bellevue gegen Süden, auf die Berner Altstadt. Kein Zufall, war die gediegene, neubarocke Gebäudegruppe bis zu ihrer Umnutzung 1945 ein Hotel. Dieser gastlichen Tradition kann das Spital heute dank der planerischen und architektonischen Massnahmen wieder gerecht werden.
Spitzenmedizin steht im Vordergrund des Klinikangebots. Um konkurrenzfähig und für die Zukunft gewappnet zu sein, musste die gesamte Infrastruktur angepasst und erweitert werden. Kein leichtes Unterfangen, steht doch das Spital in einer extremen Hanglage. Abgestützt wird es durch eine gewaltige Stützmauer, die der geniale Bauingenieur Robert Maillart 1911 konstruierte und die deswegen wie die ganze Anlage denkmalgeschützt ist.
Gewölbekonstruktion – bot sich in den vier Sockelgeschossen die Gelegenheit für den Ausbau und ein Update der Behandlungsräume und der Haustechnik. Es galt, Synergien und kurze Verkehrswege zu schaffen.
Eine Abfangkonstruktion und eine komplexe Tragkonstruktion wurden gebaut, bautechnisch im steilen Hang und wegen der schweren Zugänglichkeit eine spezielle Herausforderung. Das bedingte ständige Improvisationsgabe und einen klaren Überblick – zumal der Spitalbetrieb während der ganzen Bauzeit weiterlief.
Um grosse betriebliche Flexibilität und mögliche künftige Nutzungsänderungen zu garantieren, erfolgte die Verteilung der Installationen geschossweise.
Entrümpelung hiess die Devise für alle öffentlichen Bereiche der Klinik. Störende Ein– und Ausbauten verschwanden. Eine heutige Formensprache, ein differenziertes Farb– und Materialkonzept schufen wieder die Ambiance des einstigen Nobelhotels.
Auftraggeber
HirslandenGruppe, Zürich
Klinik Beau–Site AG, Bern
Generalunternehmer
Göhner Merkur Totalunternehmung AG
Architekten Itten+Brechbühl AG
Wettbewerb 1. Rang 1998
Baubeginn 1999
Inbetriebnahme
2001–2002 gestaffelt
Geschossfläche 3700 m2
Bauvolumen 13 100 m3
Fotos Hans Baumann, Hünibach
Ralph Bensberg, Fällanden
Text Konrad Tobler, Bern