Welcome to Berne
Bern–Belp ist ein kleiner Flughafen. Das hat für die Reisenden einige Vorteile: rasche Anfahrt, kurzes Check–in, kurze Wartezeiten. Dementsprechend schlank sind auch Infrastruktur und Architektur. Das ist auf den ersten Blick sichtbar, nähert man sich dem Terminal, der 2002 in Betrieb genommen wurde, aber so konzipiert ist, dass er jederzeit erweiterbar ist.
Schlank und leicht ist der zweigeschossige Bau, der in seiner Struktur an einen grossen Pavillon vom Typus Mies van der Rohe erinnert: eine klassische, von Säulen getragene Stahl-Betonkonstruktion, welche die Horizontale betont, zusätzlich akzentuiert durch die dreiseitig weit auskragenden Vordächer. Die nach Süden, zum Flugfeld hin orientierte Fassade zeigt eine grosszügige Glasfront. Integriert in das Gesamtkonzept ist der alte Tower im Norden, der die Vertikale markiert; er bietet Konferenzsäle und dient der internen Nutzung.
Hoch und übersichtlich öffnet sich die Eingangshalle, die von Norden her betreten wird. Hier befindet sich gleich das Check–in. Von dort gelangen die Passagiere durch die Passkontrolle direkt in die grosszügige, hohe Wartehalle mit dem Duty–free–Bistro. Dieser Raum ist geprägt von Weitsicht und bereitet so gewissermassen den Flug in die Ferne vor: Der Blick öffnet sich weit gegen Süden auf das Flugfeld und auf die Berner Alpen. Parallel dazu ist im Osten der Ankunftsbereich eingerichtet – ebenso schlank und direkt wie die ganze Anlage. Zwischen Abfahrts– und Ankunftsflügeln liegen die Verwaltungsräume.
Geplant war ursprünglich ein neues Parkhaus, das direkt mit dem Terminal verbunden gewesen wäre. Das Konzept sah eine textil umhüllte Fassade vor, die als Bildfläche dienen sollte – mit dem von Weitem sichtbaren Schriftzug «Welcome to Berne».
Auftraggeber
Alpar, Flug- und Flugplatz–Gesellschaft AG Bern
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Wettbewerb 1. Rang 2000
Baubeginn 2002
Inbetriebnahme 2003
Geschossfläche 2300 m2
Bauvolumen 15 500 m3
Fotos Walter Mair, Zürich
Text Konrad Tobler, Bern