Dezente Auffrischung alter Substanz
Gleich hinter dem repräsentativen, schlossartigen Hauptsitz der BKW Energie AG am Viktoriaplatz in Bern erstreckt sich parallel dazu ein viergeschossiger Bürotrakt mit Attikageschoss. Entworfen hat ihn der Berner Architekt Vinzenz Daxelhofer in den 1960er-Jahren. Der für jene Jahre typische Bau ist denkmalgeschützt – obwohl vor allem die Fassade markant verändert wurde und das Gebäude deswegen seine Eleganz und Klarheit verloren hatte.
Die Gebäudehülle musste – bei laufendem Betrieb – wärmetechnisch komplett erneuert werden. Dabei durfte der Charakter des Gebäudes nicht verloren gehen. Die Planer ersetzten die alten Schwingflügelfenster mit ihren innenliegenden Rafflamellenstoren durch neue Kastenfenster und wiederum innenliegende, jedoch elektrische Rafflamellenstoren; in die Brüstung wurden wettergeschützte elektrische Lüftungsklappen zur Nachtauskühlung im Sommer integriert.
Das war der erste Schritt, um die Ästhetik des Gebäudes wieder herzustellen und zu beruhigen. In einem zweiten Schritt erhielt die Fassade ihr ursprüngliches Gesicht zurück, indem sie wie früher mit Jura-Kalksteinplatten verkleidet wurde.
Modernisierung war das Ziel auch in der inneren Organisation und vor allem in der Neunutzung des Attikageschosses. Hier erhielt die Strombörse der BKW ihren neuen Sitz. Das Personalrestaurant, das sich bisher dort befunden hatte, verlegte man bei dieser Umstrukturierung in das Sockelgeschoss. Es galt also, zwei Stockwerke völlig neu zu organisieren und formal zeitgemäss zu gestalten. Auch hier hiess, wie bei der Gebäudehülle, der Anspruch: Eleganz, Klarheit, Funktionalität und Helligkeit.
Nach diesen Prinzipien entrümpelte man auch die Korridore im ganzen Gebäude und versah sie mit einer attraktiven Beleuchtung.
Die letzte Herausforderung, neue Installationen und neuen Geist in die alte Substanz zu integrieren, war schliesslich der Einbau moderner Lüftungsanlagen.
Fast symbolisch für die Auffrischung des Gebäudes steht die Erneuerung der Aussenanlagen: Die schattige Hinterhofatmosphäre ist verschwunden, hier blüht und grünt es jetzt – und das sehr dezent.
Auftraggeber BKW FMB Energie AG
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Studienauftrag 1. Preis 2001
Baubeginn 2002
Inbetriebnahme 2004
Geschossfläche 8500 m2
Bauvolumen 27 700 m3
Arbeitsplätze 400
Fotos Alexander Gempeler, Bern
Text Konrad Tobler, Bern