Laboratorien für die Zukunft
«24 hour High–Tech campus for Life, Science, Information, Science, Architecture and Building Science» – das ist das ehrgeizige Programm des ETH–Campus Hönggerberg. Das Konzept geht bereits auf die 1960er–Jahre zurück. 1970 entstanden als Teil der 1. Bauetappe die Laborgebäude HPM 1 und HPM 2. Für die Institute für Biochemie und Zellbiologie galt es, diese Bauten gebäudetechnisch und infrastrukturell den aktuellen Erfordernissen anzupassen – und für die Zukunft zu rüsten.
Die architektonischen Qualitäten des Ursprungsbaus von Albrecht Heinrich Steiner waren ebenso zu bewahren und zu verstärken wie die städtebaulichen. Zuerst wurde das Gebäude HPM 1 bis auf den Rohbau ausgekernt. Neue Methoden der Metallveredelung ermöglichten es, die Fassade zeitgemäss zu gestalten und zugleich formal der bisherigen nachzuempfinden. Der Bau fügt sich nun optimal in den sich ständig verändernden Gesamtcampus ein.
Die ETH–Labor–Norm 2000 – von IttenBrechbühl massgeblich mitentwickelt – war die Grundlage für die innere Ausgestaltung und für die Infrastruktur. Im Innenausbau dominieren leicht veränderbare Leichtbau– und Glastrennwände. Die Medienstruktur ist klar und nachhaltig variabel. Die Medien werden offen von der Decke her geführt, zeitgemässe Mediensäulen und mobile Einrichtungen unter den Labortischen gewährleisten bei den Arbeitsplätzen den notwendigen Freiraum.
Die Tierräume im HPM 2 mussten so saniert werden, dass sie hygienisch dem OHB genügen: Schleusenzugänge zum Sterilbereich, Autoklaven, Quarantäne, Käfigwaschanlage, zentrale Dampferzeugung, Raumluft-Dampfbefeuchtung.
In beiden Instituten sorgt ein klares Farbkonzept für die optische und signaletische Differenzierung der verschiedenen Räume und Nutzungen.
Auftraggeber ETH Zürich
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Baubeginn 1999
Inbetriebnahme 2002
Geschossfläche HPM 1 6400 m2
Geschossfläche HPM 2 8800 m2
Bauvolumen HPM 1 25 800 m3
Bauvolumen HPM 2 30 000 m3
Fotos Ruedi Walti, Basel
Text Konrad Tobler, Bern