Modell für die ökonomische Transformation
Transformation: Dafür steht der Technopark mit seinen drei 146 Meter langen Baukörpern. Transformation: Das betrifft den Entstehungsprozess und die Nutzung des Technoparks. Erst nach langen ökonomischen und politischen Debatten konnte die Idee Technopark überhaupt realisiert werden.
Entstanden ist er auf dem ehemaligen Industrieareal der Sulzer Escher Wyss AG aus der Erkenntnis heraus, dass die herkömmliche Industrieproduktion durch neue Formen der Technologie und des Technologietransfers abgelöst wird. Das Gebäude bedeutet somit einen Innovationsschub und einen neuen Typus der Produktionsstätte. Zugleich war der Technopark ein wichtiger Impuls für den ganzen Entwicklungs– und Urbanisierungsprozess in Zürich–West.
Um– und Neudenken war also auch architektonisch gefragt. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem verschiedenste Gewerbe–, Entwicklungs- und Forschungszweige von wechselseitig jeweils neuen Erkenntnissen profitieren, Räume also, in denen sich der Wissenstransfer unkompliziert realisieren lässt.
In den drei südlichen Flügeln befinden sich die Produktions– und Entwicklungs–, in den nördlichen die Innovationsbereiche.
In den Zwischenräumen der kammartigen Gebäudestruktur sind die entsprechenden Werkstätten untergebracht, die ganz klassisch mit Sheddächern abgeschlossen sind.
Austausch– und Kommunikationswege sollen möglichst kurz sein. Leicht von der Mitte versetzt durchzieht der Transfertrakt die drei Blöcke. Hier befinden sich Konferenz– und Sitzungszimmer, aber auch das Restaurant und Büros.
Das reduzierte Konstruktionssystem und die Verlegung der Fluchtwege auf durchgehende Balkone gestatten eine flexible Innenorganisation, die je nach den wechselnden Bedürfnissen der Benutzer verändert werden kann. Dabei sind zwei– oder dreibündige Gliederungen möglich.
Ästhetisch neue Lösungen fand man für die Aussengestalt: Das Gebäude soll in keiner Weise als Bürokomplex, sondern offensichtlich als Produktionsstätte erscheinen. Sichtbar verschraubte, dunkle Eternitplatten strukturieren die langen Fassadenzeilen und erwecken den Eindruck von ge– und abgeschlossenen Gebäuden. Und wirklich soll der Komplex nicht allen zugänglich sein, denn viele der Entwicklungen, die hier angeschoben werden, sind sehr innovativ und müssen vor der Konkurrenz geschützt werden. Entsprechend erfolgt der Zugang nur über den Haupteingang.
Auftraggeber Technopark Zürich
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Planung 1985–1988
Baubeginn 1989
Inbetriebnahme 1993
Geschossfläche 76 000 m2
Fotos Heinrich Helfenstein, Zürich
Text Konrad Tobler, Bern