Der Notfall wurde zum Notfall
Die Notfallstation des Spitals Thun stammt aus dem Jahr 1987 und wurde damals für 8000 Fälle pro Jahr angelegt. Heute rechnet man mit 10 000 Fällen jährlich, Tendenz steigend. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, den Notfall Spital Thun zu reorganisieren, zu erweitern und an den heutigen medizinischen und technischen Standard anzupassen.
Im Hof der Spitalbauten schiebt sich der neue, zweigeschossige Baukörper in das Bestehende ein und dockt strukturell daran an. Das neue Gebäude ist als Skelettbau mit vorfabrizierten Betonstützen konzipiert. Die Fassadenelemente sind ebenfalls vorfabriziert und als Bandfenster mit einer zweiten äusseren Haut aus Glas ausgeprägt. Das Flachdach zeichnet sich durch eine extensive Begrünung aus.
Markant ist die horizontale Struktur der Fassade, die von der
durchgehenden und geschlossenen Notfallvorfahrt für die
Ambulanzfahrzeuge dominiert wird.
Freundlichkeit und Ruhe strahlt die Atmosphäre im Empfangsbereich und in den Warteräumen aus. Die Notfallpraxis und 14 Notfallkojen garantieren die notwendige Behandlung ebenso wie der Schockraum, die Radiologie, die Räume für Kleineingriffe, das Gynäkologie- und das Gipszimmer.
Die Anordnung der Räume ermöglicht reibungslose und effektive Abläufe der parallel laufenden Behandlungen.
Der Innenausbau erfolgt in Leichtbauweise mit Gipsständerwänden – wobei die Oberflächenbehandlung (Kunststoff oder Skandatex-Tapeten) selbstverständlich den Hygieneanforderungen des Spitalbetriebs entspricht.
Der Minergie-Standard ist Massstab für alle Anlagen. Es besteht ein Wärmeverbund mit der bestehenden Wärmeerzeugung des Spitals mitsamt Wärmerückgewinnung. Die Lüftungs- und Kühlungsanlagen sich aus Sicherheitsgründen dagegen autonom.
Das 2. Geschoss wird vorerst noch nicht ausgebaut und gilt als Raumreserve, die eventuell später für die Tagespatienten genutzt werden kann.
Auftraggeber Spital STS AG
Architekten Generalplaner
Itten+Brechbühl AG
Totalunternehmer
Itten+Brechbühl AG
TU Wettbewerb 2010
Planung 2011
Baubeginn 2011
Inbetriebnahme 2012
Bruttogeschossfläche 4217 m2
Bauvolumen 13 876 m3
Minergie Standard
Visualisierungen
Itten+Brechbühl AG