Der «Jungfraublick» ist architektonisch ein Lichtblick
Seit 1900 ist der Beatenberg eine beliebte Feriendestination: Die Lage mit dem Blick auf die Berner Bergikonen ist einmalig. Die Attraktivität des sonnigen Hangortes hoch über dem Thunersee ist bis heute ungebrochen, nimmt mit dem Trend zum Well-Being sogar noch zu.
Dieser Nachfrage will die Investition in das Ortszentrum Rechnung
tragen:
An Stelle des Hotels «Jungfraublick» entsteht eine neue
Gesamtanlage, die Hotellerie und Ferienwohnungen verbindet.
Bauen in den Alpen ist eine heikle und spannende architektonische Herausforderung. Das Projekt stellt sich dieser Aufgabe; es vermeidet durch eine zeitgenössische Formen- und Materialsprache gängige Klischees – und nimmt zugleich die alte Tradition auf, dass Hotelbauten in dieser Gegend durchaus markant sein dürfen.
Ins Auge fallen die Terrassen mit weitem Blick auf das Alpenpanorama und
die grosszügige Befensterung, besonders in den Hausgiebeln. Reizvoll
ist der Umgang mit den vertikal verlaufenden Holzverkleidungen. Sie
schaffen Sichtschutz und verleihen den massiv gebauten Volumen die
notwendige Leichtigkeit.
Verdichtetem Bauen verpflichtet, integrieren sich die vier neuen Baukörper in die bestehende Gebäudestruktur und werten das Ensemble von Schulhaus, Hallenbad, Gemeindehaus und Einkaufsläden auf. Der neue «Jungfraublick» bietet damit die Chance, das Dorfzentrum neu und klar zu definieren und mit einen grosszügigen Dorfplatz zu bereichern. Ein Dorfbrunnen darf dabei nicht fehlen.
Den Rücken des Dorfplatzes bilden die drei nördlichen Volumen, vorgelagert ist das vierte neue Gebäude, das im Erdgeschoss öffentliche Funktionen hat und deshalb in den Dorfplatz einbezogen ist. Ebenso die Erdgeschosse der anderen Neubauten: Hier finden sich Läden und Restaurants, die dank autofreier Zonen zum Flanieren und Verweilen einladen.
Auftraggeber AGV Invest AG
Architekten Generalplaner
Itten+Brechbühl AG
Planung 2008–2009
Baubeginn 2011
Inbetriebnahme 2012
Geschossfläche 6200 m2
Anzahl Appartements 37
Visualisierungen
Itten+Brechbühl AG
VIZE s.r.o. Prag
Text Konrad Tobler, Bern