Lange Bauzeit – grosses Vertrauen der Bauherrschaft
Spitzenmedizin mit Herz: Das ist das Motto des Zürcher Stadtspitals Waid. Dort arbeiten 1000 Mitarbeitende mit Einfühlungsvermögen, Respekt, Motivation, hohem Know-how und Engagement im Dienste der Gesundheit der Patienten. All das galt während mehr als zehn Jahren auch für die Architekten von IttenBrechbühl. Denn die Erneuerung der Behandlungs- und Wirtschaftstrakte im Spital Waid war in vielen Belangen eine spezielle Herausforderung.
Bei laufendem Spitalbetrieb galt es, die mehrheitlich 1953 erbauten Trakte von Grund auf zu erneuern, modernste medizin–und haustechnische Anlagen einzubauen, die betrieblichen Strukturen und Abläufe pragmatisch zu rationalisieren – und zugleich eine anspruchsvolle Architektur zu realisieren. Wie komplex diese Arbeiten waren, zeigt schon allein eine Tatsache:
Die Erneuerung der Grossküche erfolgte in sieben Etappen.
Dass während der langen Bauzeit immer die gleichen Architekten am Werk waren, sagt einiges über das Vertrauen der Bauherrschaft, die Stadt Zürich, aus – und zeugt davon, dass alle Aufgaben logistisch souverän geplant sowie sorgfältig und auf höchstem Niveau ausgeführt wurden.
Eine zentrale Massnahme war es, die drei Trakte für Radiologie, Notfall und für die allgemeine Behandlung architektonisch zusammenzubinden. Dazu gehört ein neues Erschliessungssystem. Eine zusätzliche Wegführung entlang der Fassade des nördlichen Innenhofs schafft die Verbindung zum Eingangsbereich, der ebenfalls neu strukturiert und ausgebaut wurde.
So entstand ein doppeltes Korridorsystem für die getrennte Führung von Patienten und Personal. Der «Kreuzgang» bietet den Patienten ein offenes, atmosphärisch ansprechendes Erlebnis der lichten Innenräume – mit Blick in den begrünten, beruhigenden Innenhof.
Auf die statischen Elemente rückgebaut wurde beispielsweise auch der Notfalltrakt, der eine fein nuancierte, dem Gesamtkomplex angepasste Fassade erhielt. Völlig erneuert ist im neuen Notfalltrakt auch der Innenausbau, inklusive medizin- und haustechnischer Ausstattung. Der Notfalltrakt wurde zusätzlich um den Neubau einer spitalassoziierten Notfallpraxis ergänzt und erhielt eine neue Ambulanzgarage.
Ein spezielles Augenmerk mass man in den Innenräumen überall den Materialien und den Farben bei. Das zeigt sich in den kobaltblauen Verglasungen der Korridore – die zudem einen perfekten Schrammschutz bieten – ebenso wie in den Patienten- und Behandlungsräumen. Diese sind betont schlicht gehalten und wirken mit ihren neutralen Farbtönen beruhigend.
Auftraggeber Stadt Zürich
Amt für Hochbauten
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Planung 1996–2007
Baubeginn 2000
Inbetriebnahme
In Etappen bis 2009
Geschossfläche 16 800 m2
Bauvolumen 60 000 m3
Fotos
Hannes Henz, Zürich
Vision on Wings, Manfred Richter, Reinach
Text Konrad Tobler, Bern