Automobile Immobilie
Dynamik und Funktionalität: Das ist schon von aussen die Botschaft des neuen, am Rande von Thun gelegenen Verkehrsprüfungszentrums (VPZ) für das Berner Oberland. Das Gebäude spielt mit dem Typus des modernen Industriegebäudes – daher die funktionale Architektur, deren Zweck mit Blick auf die verkehrstechnische Signaletik auf dem ganzen Areal bald einmal klar ist: Hier geht es um das Auto.
Fast könnte man sagen, Formen des Autodesigns seien beim VPZ formal und materiell auf die Architektur übertragen worden. Dynamisch wirken die abgerundeten Ecken des Gebäudes, dynamisch umhüllt die horizontal strukturierte Fassade aus Sinusblech den Bau. Dieser erscheint so trotz seines grossen Volumens überhaupt nicht massiv, sondern leicht und elegant - ein Eindruck, der durch die Platzierung der Eingangsöffnung und durch die lockere Geometrie der Fensterbänder nur noch verstärkt wird.
Wie von einer Karosserie also sind der grosse Prüfungstrakt und der Bürobereich umgeben und so zu einer visuellen Einheit verbunden. Auf der Rückseite öffnet sich, einem Hangar vergleichbar, der breite Zugang für die Autos, die schon hier in die richtige Bahn gelenkt werden – auf die Prüfspuren in der Halle, die konsequent aus Stahl und Glas konstruiert ist.
Freundlich und hell ist der Eingangs- und Empfangsbereich gehalten, mit der geschwungenen Theke ebenfalls erfrischend funktional. Gerne auch sitzt man im Theorieraum im ersten Stock. Auch er ist hell. Der Blick schweift nach Süden in die Berge. Nochmals werden in diesem Bereich ohne grosse Inszenierung Konstruktion und Materialität sichtbar gemacht.
Experten haben hier für Experten gebaut. Und obwohl sich im VPZ alles um den Verkehr und um Autos dreht: Die Minergie-Normen sind erfüllt und zertifiziert.
Auftraggeber
Kanton Bern, Amt für Grundstücke
und Gebäude AGG
Architekten
Itten+Brechbühl AG
Generalunternehmer
Frutiger AG
Planung 2005–2006
Baubeginn 2006
Inbetriebnahme 2007
Geschossfläche 2430 m2
Arealfläche 10 550 m2
Bauvolumen 16 030 m3
Minergie Label BE-001-ECO
Fotos Photofant, Thun
Text Konrad Tobler, Bern