Zweckmässig, variabel und schlicht
Auch bei diesem vom Umfang her kleineren Anbau für Laborzwecke beweisen IttenBrechbühl ihre Erfahrung, präzise architektonische Lösungen für diesen speziellen Nutzungszweck zu entwickeln. Dementsprechend ist der Bau formal und von der Materialisierung her zweckmässig, flexibel und schlicht.
Elementar und klar ist der Baukörper des Erweiterungsbaus, der als einfache Tragstruktur konzipiert ist. Fensterbänder aus unbehandelter Lärche gliedern die verputzten Fassaden des dreigeschossigen Baus sowohl vertikal als auch horizontal. Sie bilden einen feinen farblichen Kontrast; unter dem Witterungseinfluss altern die Fensterrahmen natürlich und beleben so den Bau zusätzlich.
Holz prägt auch den Innenausbau und setzt einen starken optischen Akzent. Die Rahmen von Türen und Glastrennwänden sind aus geöltem Eichenholz, das eine freundliche und gediegene Atmosphäre schafft und zugleich Stabilität verkörpert. Das Holz steht in einem reizvollen Gegensatz zu den Wänden und Decken aus Beton, Kalksandstein und Gips und zum PVC-Boden.
Gross sind die offenen Räume, sie sind hell, durchlässig und kommunikationsfördernd. Es sind die pragmatische architektonische Struktur und die Erschliessung mit zwei Treppenhäusern, die diese Offenheit ermöglichen. So kann das Gebäude auch jederzeit wechselnden Bedürfnissen angepasst, erweitert oder sogar umgenutzt werden.
Entsprechend sind die Strukturen im Inneren unverkleidet und die Installationen grösstenteils offen geführt. Die Heizung ist an die bestehende, mit Energiepfählen ergänzte Wärmepumpe des Altbaus angeschlossen. Voraussetzung für diese Lösung sind die hochgedämmte Fassade aus Kork, die dreifache Isolierverglasung und die offenen Massen im Gebäudeinneren. Die Abwärme der Gerätschaften und die Sonneneinstrahlung können so direkt genutzt werden.
Auftraggeber Microsynth GmbH
Architekten Generalplaner Itten+Brechbühl AG
Baubeginn 2004
Inbetriebnahme 2005
Geschossfläche neu 1400 m2
Geschossfläche renoviert 800 m2
Bauvolumen neu 5300 m3
Bauvolumen renoviert 2900 m3
Fotos Walter Mair, Zürich
Text Konrad Tobler, Bern