Aktuelle Kultur in der alten Kaserne
Kirche und Grundriss der Anlage deuten es an: Hier war einmal ein Kloster. Die bestehenden Gebäude weisen dann eher auf die Kaserne hin, die hier bis 1966 betrieben wurde. Heute ist die Kaserne Basel Inbegriff für einen alternativen Kulturbetrieb und für ein lebendiges Begegnungs- und Quartierzentrum.
Von der Kavallerie stammen die Reithalle und die Stallungen – ideale Räumlichkeiten für Tanz, Theater und Konzerte. Dennoch: Die Infrastruktur liess mehr und mehr zu wünschen übrig.
Ein Studienauftrag zeigte die Defizite. Schallschutz, Lüftung, Verdunkelungs– und Beleuchtungsanlagen waren ebenso notwendig wie die statische Verstärkung der eindrücklichen Dachkonstruktion in der Reithalle. Auch fehlten Nebenräume und die geeigneten Anlagen für das Restaurant.
Die Interventionen mussten aus denkmalpflegerischen Gründen sehr behutsam erfolgen und die zentrale Frage war, wie man heutige Technologie in alte Substanz einbaut.
Alt und neu sind hier gut miteinander verbunden und diskret verschränkt worden. Funktionalität und Wahrung der alten Substanz gehen Hand in Hand. Die Reithalle lässt sich wie selbstverständlich mit aktueller Kultur bespielen und ist für Aufführungen der verschiedenen hier beheimateten Sparten geeignet. Aus den Stallungen wurde ein Foyer, Restaurant und Bar erinnern mit der strengen, beinahe kargen Ausstattung und den langen Tischen fast ein wenig an die klösterliche Stimmung, die hier einst herrschte.
Für Atmosphäre sorgen überall die kunstvollen, höchst funktionalen Holzkonstruktionen, die noch aus der Kasernenepoche stammen.
Die grösste Veränderung, die aber von aussen unsichtbar bleibt, war die Schaffung der unbedingt erforderlichen Nebenräume. Dafür wurde die ganze Reithalle neu unterkellert.
Auftraggeber
Kanton Basel Stadt
Hochbau–/Planungsamt
Architekten Itten+Brechbühl AG
Wettbewerb 1. Rang 1998
Planung 1999–2004
Baubeginn 2000
Inbetriebnahme 2002
Geschossfläche 3700 m2
Fotos Ruedi Walti, Basel
Text Konrad Tobler, Bern