Schaulager für Luxusautos
Es steht inmitten des brandenden Verkehrs und ist ein Eckpunkt des neu entstehenden Boomquartiers Glattpark in Opfikon. Für einmal ist diese Verkehrslage ideal und symbolisch, denn das Autohaus Schmohl AG bietet Luxusautos an: Rolls–Royce, Lamborghini, Bugatti und Bentley.
Der Neubau des Autohauses reagiert auf diese Situation. Er ist nämlich als Schaufenster konzipiert, in dem die Autos voll zur Geltung kommen.
Trapezförmig passt sich das Gebäude der Topografie der Strassenfluchten an. Dadurch hebt es sich von der Umgebung und den anderen Baukörpern deutlich ab und strahlt – wie die Autos, die hier verkauft werden – Einzigartigkeit und Gediegenheit aus.
Neben der Geometrie ist es der Hallencharakter, der das Autohaus auszeichnet.
Schon von Weitem zeigt sich die Transparenz des allverglasten Raumes, zeigt sich, wie grosszügig hier geplant wurde. Denn die Ausstellungshalle hat eine Höhe von sechs Metern und lässt so den notwendigen Raum, dass die Autos beinahe skulptural zur Geltung kommen können. Jedenfalls zeigen sie sich in diesem Raum von ihren besten Seiten.
Kantig und schnörkellos ist die Formensprache – ein reizvoller Gegensatz zum Autodesign. Dieser Gedanke wird auch in den Materialien aufgenommen: Sie sind roh belassen; das Gebäude ist eine Betonskelett–Konstruktion mit Flachdecken, die extensiv begrünt sind; die Glasfassade ist nach dem Prinzip der vorgehängten Fassade konstruiert, deren Sonnenschutz fest steht.
Erneuerbare Energie ist für dieses Autohaus eine Selbstverständlichkeit. Beheizung und Kühlung erfolgen über Erdsonden, die aus rund 170 Metern Tiefe Wärmeenergie gewinnen oder, umgekehrt, im Sommer Wärme an den Boden abgeben. Für dieses System leistete man sich den Luxus, Bohrungen zu machen, die über 1600 Meter lang sind.
Auftraggeber Heidenbauer (Suisse)
Immobilienges.m.b.H.
c/o Schmohl AG, Zürich
Architekten Itten+Brechbühl AG
Studienauftrag 2003
Baubeginn 2004
Inbetriebnahme 2005
Geschossfläche 3900 m2
Bauvolumen 18 400 m3
Fotos
Eduard Hueber, New York
Shamir Yanay, Zürich
Text Konrad Tobler, Bern